Bengal Katze

Bengal Katze
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Die Bengal Katze

Wer sich eine Katze wünscht, die aussieht wie eine Wildkatze aber den Charakter einer Hauskatze hat, kann sich seinen Wunsch mit diesem cleveren Mini Leoparden erfüllen. Weil dieser Stubentiger ihm so ähnlich sieht, wird er hier zu Lande auch als „Leopardette“ bezeichnet. Kaum eine Katze bringt so viel leben ins Haus wie die Bengal.

Herkunft und Rasse Geschichte der Bengal Katze

Ihre Wiege steht in den USA. Es begann alles mit der Rettungsaktion für die bedrohte asiatische Leopardenkatze, eine Wildkatze. Durch die Kreuzung mit einer kurzhaarigen Hauskatze gelang es der Genetikerin Jean Mill, den Grundstein für die Bengal Katzen Zucht zu legen. Genauer gesagt handelte es sich hier um einen schwarzen Hauskater. Damit noch eine vielfältigere Farbenpracht erreicht werden konnte, kreuzte sie später noch Burmer und Siamkatzen mit ein.

Die Bengal Katze überlebte, wurde aber lange nicht als eigenständige Katzenrasse anerkannt. Erst als man sich für die reinerbige Zucht ohne Einkreuzung von haus- und Wildkatzen entschloss, erkannte der Züchter Dachverband FIFe die Bengal Katze als eigene Rasse an. Das geschah im Jahre 1999. Übrigens ist die Genetikerin Jean Mill auch heute noch als Züchterin für Bengal Katzen aktiv.

Trotz Ihrer weltweiten Beliebtheit ist die Leopardette aber nur selten in Haushalten zu finden. In China wurde die Wildform der Bengal sogar gejagt. Was die Chinesen interessierte, war ihr dichtes und weiches Fell. Nun steht sie jedoch in fast allen Ländern unter Naturschutz.

Erscheinungsbild der Bengal Katze

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Ein Leopard in Kleinausgabe: So könnte eine Kurzbeschreibung dieser wunderschönen Katze aussehen. Deshalb finden wir sie auch unter den Bezeichnungen „Leopardette“ oder „Bengal-Cat“. Es ist in ihrer Erscheinung tatsächlich eine asiatische Wildkatze. Sie hat eine sehr muskulöse Statur. Dennoch kann man ihren Körperbau als „schlank“ bezeichnen. Ihre Beine und Sprunggelenke sind Wildkatzen typisch kräftig. An den großen Pfoten befinden sich schwarze Ballen. Auf einem kleinen rundlichen Kopf sitzen weit auseinander stehende, etwas nach vorn geneigte Ohren. Gerade so als wollte sie sagen: „Egal was ihr über mich redet; mir kann nichts entgehen“.

Das Fell einer Bengal ist braun gefleckt oder marmoriert, manchmal auch getupft oder gestromt. Der Rassestandard für Bengal Katzen schreibt aber vor, dass die Fellzeichnung stets einen deutlichen Kontrast zur Fellfarbe bilden muss. Von der Struktur her ist das Haarkleid dicht und seidenweich.

Die großen, aufmerksamen Augen sind oval bis mandelförmig. Zugelassene Farben sind: Gold, braun und grün. Die Ohren sind mittelgroß und kurz. Am Ansatz breiter und an den Spitzen abgerundet.

Auch der Schwanz gestaltet sich Wildkatzen typisch. Im Ansatz ist er recht dick und wird im weiteren Verlauf immer dünner. Die Spitze ist abgerundet.

Wesen und Charakter der Bengal Katze

Wer jetzt denkt, er hätte eine kaum zu bändigende Raubkatze vor sich, der irrt. Denn in ihrem Inneren steckt eine der liebevollsten Hauskatzen überhaupt. Bengal Katzen haben einen starken Bezug zum Menschen. Sie sind sehr verschmust, allen sich gern einmal auf dem Sofa oder im Bett und lassen sich streicheln. Eines müssen Sie allerdings im Kopf behalten: Eine Leopardette zeigt im Laufe ihres gesamten Lebens ein sehr agiles Verhalten.

Bengal Katzen sind sehr verspielt und gelehrig. Mit etwas Geduld kann man ihnen sogar kleine Kunststückchen beibringen. Fördern Sie die Geschicklichkeit Ihrer Mieze mit einem Fummel-Brett oder einem Ball mit Löchern. Die Katze wird lernen, sich ihr Futter oder ein Leckerli zu verdienen.

Was Sie noch interessieren dürfte: Es gibt bei Leopardetten eine Besonderheit, welche den meisten Hauskatzen nicht angeboren ist: Sie sind Wasser-Ratten und haben sogar hin und wieder Spaß an einem ausgiebigen Bad. Wagen Sie es deshalb ruhig, Ihren Stubentiger mit kleinen Wasserspielchen einmal auf die Probe zu stellen.

Bengal Katze
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Haltung und Pflege

Eine Bengal Katze sollte nach Möglichkeit Freigang bekommen. Sie braucht viel Auslauf, den Sie ihr in keiner Wohnung bieten können. Für die Haltung in kleinen Wohnungen eignet sie sich erst recht nicht. Denn Spieltrieb und Abenteuerlust machen vor nichts Halt. Regale und Schränke werden erbarmungslos ausgeräumt, sobald Mieze lange Weile verspürt.

Ideal wäre ein großes Grundstück bzw. ein abgesicherter Garten. Drinnen sollten genügend Möglichkeiten zum Klettern und spielen vorhanden sein. Ein Clickertraining fördert ihre Intelligenz und kann auch das Verhalten Ihrer Katze positiv beeinflussen. Beschäftigung und Abwechslung gehören zu den lebenswichtigsten Bausteinen einer Bengal Katze. Deshalb darf auch gerne noch eine zweite Katze oder ein Hund da sein. Trotz ihres ausgeprägten Selbstbewusstseins hat sie keine Schwierigkeiten, mit anderen tierischen Hausgenossen klarzukommen.

Für die Pflege Ihres kleinen Leoparden müssen Sie nicht all Zuviel Zeit einplanen. Bengal Katzen sind sehr reinliche Tiere und pflegen sich selbst. Doch wenn Sie Ihren Fellnäschen ein kleines Wellness-Erlebnis gönnen wollen, können Sie Ihr dichtes, seidenweiches Fell ruhig einmal pro Woche bürsten. Diese kleine Massage wird sie in vollen Zügen genießen. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich nach Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben Ausschau halten.

Krankheitsanfälligkeiten bei der Bengal Katze

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Beobachten Sie Ihr Kätzchen stets genau. Nur so können Sie sicher gehen, dass es ihm auch gut geht. Fühlt sich ihr Fell seidig an? Glänzt es noch? Ist Mieze aktiv und zeigt sich an allem interessiert? Frisst und trinkt sie regelmäßig? Gibt es abweichende Auffälligkeiten wie eine eigenartige Körperhaltung, stumpfes Fell oder Appetitlosigkeit, sollten die Alarmglocken Leuten.

Neben Charakter- und Fressverhalten sollten Sie sich auch in regelmäßigen Abständen den Kot Ihres Mini Leoparden anschauen. Das ist wichtig, weil Bengalkatzen anfällig für den Tritrichomonas Fötus Parasiten sind. Hierbei handelt es sich um einen Endoparasiten, der sich über den Kot infizierter Artgenossen überträgt. Die Infektion äußert sich durch lang anhaltenden Durchfall. Dauert er länger als vier Tage, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Er wird Antibiotika verabreichen.

In Einzelfällen werden Bengal Katzen auch von rassetypischen Krankheiten wie beispielsweise Erkrankungen der Herzmuskulatur heimgesucht. Die Symptome werden vor allem durch Stress-Situationen ausgelöst. Das Herz wird zu stark belastet. Es kommt zu Herz-Rhythmus-Störungen und Atemnot. Tierärzte diagnostizierten vereinzelt auch Nierenleiden wie beispielsweise die polyzystische Nierenkrankheit. Die Nieren vergrößern sich, und es treten Funktionsstörungen auf. Versäumen Sie deshalb nicht, in regelmäßigen Abständen einen Gesundheitscheck durchführen zu lassen. Spätestens wenn eine Impfung ansteht, sollte der Tierarzt sich Ihr Kätzchen genauer anschauen.

Steckbrief Bengal Katze

Rasse: Bengal Katze, (auch Bengal Cat oder Leopardette)
Ursprungsland: USA

Größe: mittelgroß bis groß, Schulterhöhe bis 40 cm, Kopf-Schwanz Länge bis 120 cm
Gewicht: 3 bis 4 kg Katze, 5 bis 8 kg Kater

Augenfarben: Gold, braun oder grün

Felllänge: Kurzhaar bis Halblanghaar
Fellfarben: Blau mit typischer Marmor- oder Punkte-Zeichnung, Orange, golden, Braun
Silbern und andere variable Farben

Charakteristika: hoch
Bewegungsdrang: hoch
Lautstärke: hoch
Pflegeaufwand: gering
Zeitaufwand: mittel

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